Eisen – gute Quellen und wie der Körper sie nützt

Eisen kommt in zwei Formen vor, die sich in der Aufnahme stark unterscheiden – das ist wichtiger als der reine Gehalt:

  • Häm-Eisen aus tierischen Lebensmitteln wird zu etwa 15–35 % resorbiert,
  • Nicht-Häm-Eisen aus pflanzlichen Quellen nur zu rund 2–15 % (je nachdem, was sonst noch auf dem Teller liegt).

Die mg-Angaben unten sind Richtwerte je 100 g und schwanken je nach Sorte und Quelle.

Häm-Eisen (tierisch, sehr gut verfügbar)

  • Rotes Fleisch (Rind, Lamm) – ~2–3 mg, aber hohe BioverfĂĽgbarkeit
  • GeflĂĽgel, Fisch, MeeresfrĂĽchte – moderat, gut verwertbar
  • Innereien (Leber) – extrem eisenreich, wegen des sehr hohen Vitamin-A-Gehalts während der Chemo aber nicht als Regelkost

Die gute Verfügbarkeit bedeutet nicht, dass tierische Produkte ansonsten gesünder wären als pflanzliche. Die mediterrane Küche (eine der gesündesten Küchen der Welt) geht mit Fleisch sehr sparsam um.

Nicht-Häm-Eisen (pflanzlich – hier zählt die Kombination)

  • KĂĽrbiskerne, Sesam/Tahini – die dichtesten pflanzlichen Quellen (~9–14 mg)
  • HĂĽlsenfrĂĽchte: Linsen, Kichererbsen, weiĂźe Bohnen, Sojabohnen/Edamame (getrocknet ~6–9 mg, gekocht ~2–3 mg)
  • Tofu – ~2–3 mg; calciumgefällter Tofu bringt gleichzeitig Calcium mit (siehe Hemmstoffe)
  • Leinsamen, Haferflocken – ~4–6 mg
  • Pseudogetreide: Amaranth, Quinoa, Hirse
  • Kakao / dunkle Schokolade – ĂĽberraschend eisenreich (Kakaopulver ~10–13 mg)
  • DunkelgrĂĽnes GemĂĽse: Spinat, Mangold, GrĂĽnkohl (~1,5–4 mg; beim Spinat mindert Oxalsäure die Aufnahme)
  • Getrocknete Marillen, Datteln, Feigen – moderate Ergänzung

Aufnahme steuern

Bei pflanzlichem Eisen entscheidet die Zusammensetzung der Mahlzeit oft mehr als die Menge.

Fördernd:

  • Vitamin C zur selben Mahlzeit vervielfacht die Aufnahme – Zitronensaft ĂĽbers Linsengericht, Paprika, Brokkoli oder Petersilie dazu, Beeren zu den Haferflocken.
  • Einweichen, Keimen und Fermentieren baut Phytat ab und verbessert die VerfĂĽgbarkeit bei HĂĽlsenfrĂĽchten und Vollkorn.

Hemmend:

  • Polyphenole (Tannine, Chlorogensäure) in Kaffee und schwarzem Tee (schwächer in grĂĽnem Tee) senken die Aufnahme von pflanzlichem Eisen – am besten 1-2 Stunden Abstand zur eisenreichen Mahlzeit halten. Milde Kräuter- und FrĂĽchtetees wie Kamille oder Hibiskus haben diesen Effekt auch, aber deutlich schwächer.
  • Größere Calciummengen hemmen die Eisenaufnahme ebenfalls; eisenreiche Mahlzeiten also lieber nicht mit groĂźen Milchmengen (Skyr, Topfen, Joghurt, Kefir) koppeln. Ăśber eine abwechslungsreiche Kost ist der Effekt aber moderat – nicht ĂĽberoptimieren.

Notizen

Ein ehrlicher Rahmen zum Kontext: Die im Rahmen einer Chemotherapie mögliche „Beeinträchtigung des Blutbilds” ist meist eine Knochenmarksuppression, keine Eisenmangelanämie – dazu kommt bei Krebs oft eine entzündungsbedingte Blockade der Eisenaufnahme über den Darm. Eine eisenbewusste Mischkost über Lebensmittel ist sinnvoll und unbedenklich. Eine gezielte Eisensupplementierung muss über Blutwerte (Ferritin, Blutbild) bestimmt und in Absprache mit dem onkologischen Team erfolgen. Frei verkäufliche Eisensäfte und -präparate sind laut Krebsinformationsdienst nicht geeignet, um einen Mangel bei Krebs auszugleichen, und sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden – bei chemobedingter Anämie wird Eisen bei Bedarf ohnehin intravenös gegeben.

Zusätzliches Eisen hilft also nur dann, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt, und das entscheiden Laborwerte, nicht das Bauchgefühl. Nahrungsergänzungsmittel können außerdem mit Krebsmedikamenten wechselwirken; Fragen dazu klärt am besten die Apotheke oder das Behandlungsteam. Die Faktoren, die die Aufnahme fördern oder hemmen, sind auch beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und in den Referenzwerten von DGE und EFSA nachzulesen.

Quellen:

Gutes Essen unterstützt die Behandlung – es ersetzt sie nicht. Bei Fragen zu Ernährung und Medikamenten im Zweifel beim Arzt oder in der Apotheke nachfragen.

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