📌 Merksatz

Jeden Tag bewegen, Sport machen · auf Gewicht achten (nach Therapie abnehmen) · normal essen mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten (auch Soja), Obst, Grüntee · gut schlafen · keine zuckerhaltigen Getränke oder Alkohol


Das Wichtigste

  • Jeden Tag bewegen! Studien zeigen: mehr Sport ist besser – schnellere Heilung und weniger Rückfallrisiko. Die Therapie belastet Herz und Knochengesundheit ⟹ gute Herz-Kreislauf-Fitness (leichtes Ausdauertraining) und Bewegung mit Belastung (leichtes Krafttraining) sind sehr wichtig.
  • Auf Gewicht achten: Während der Chemo Gewicht halten (nicht zunehmen). Nach der Therapie – abnehmen (Ziel: BMI < 25)! Eine gute Option ist Ernährungsberatung (siehe hier, hier und hier). Studien zeigen, dass Gewichtsabnahme Stoffwechsel und Entzündungsprozesse langfristig positiv beeinflusst. Das unterstützt die Behandlung.
  • Gut essen: viel Gemüse (z.B. Brokkoli, Karfiol, Kohlsprossen, Grünkohl, Kresse, Rucola, etc.), Vollkorn, Hülsenfrüchte (besonders Soja, also Tofu, Edamame, Sojadrink, Tempeh, aber auch Bohnen, Linsen, etc.), geschrotete Leinsamen (in Joghurt, Müsli), Beeren, Walnüsse, natives Olivenöl, Grüntee. Rezeptvorschläge: AICR Institut. Wichtig: echtes Essen, keine Pulver/Nahrungsergänzungsmittel. Während der Chemo gut und eiweißreich essen (Eier, Hülsenfrüchte, Joghurt, Fisch/Fleisch) – für Kraft und Immunsystem. Auf ausreichend Kalzium achten (z.B. kalziumreiches Mineralwasser, Milchprodukte, Brokkoli). Meiden: rotes u. verarbeitetes Fleisch (Salami, Schinken, Würstchen etc.), Butter/Margarine, Süßigkeiten, zuckerhaltige Getränke.
  • Regelmäßig schlafen. Feste Zeiten, abends spät nichts mehr essen. Bei Schlafproblemen nach „Schlaftherapie (CBT-I)” fragen.
  • Stress senken: ein einfaches Achtsamkeits-/Meditationsprogramm (z. B. MBSR). Hilft gegen Angst und Erschöpfung.
  • Kein Alkohol, keine zuckerhaltigen Getränke (Limonaden, Softdrinks, Eistee, Energydrinks, Fruchtsäfte, Sirup-Getränke). Besser: Wasser, ungesüßter Tee (v.a. Grüntee; ansonsten z.B. Ingwer-, Pfefferminz-, Kamillentee), Kaffee, Sojadrink, Kefir; Wasser mit Zitrone, Gurke, Minze oder einem Schuss Apfelessig – was schmeckt. Guter Start in den Tag: Heiße Zitrone mit Honig (anschließend Mund mit Wasser ausspülen wegen der Zitronensäure).

Sinnvoll & risikoarm

  • Fermentiertes (Joghurt, Kefir, Sauerkraut) und Ballaststoffe (Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte) für eine gesunde Darmflora.
  • Weniger stark verarbeitete Lebensmittel, wenig Zucker – frisch kochen, wo es geht.
  • Gewürze: in normalen Speisemengen willkommen und unbedenklich (z.B. Ingwer gegen Übelkeit). Besser keine Extrakte, Kapseln und „Antioxidantien-Booster” verwenden.
  • Täglich raus ans Tageslicht. Am besten gleich nach dem Aufwachen – kurz raus in die Sonne. Gut für Rhythmus, Stimmung und Schlaf.
  • Kontakte halten, Hilfe annehmen. Nicht alles allein tragen.
  • Genug trinken (Wasser).
  • Nicht rauchen.

Während der Chemo

  • Bei Fieber sofort anrufen (AKH Notfallambulanz, AKH Leitstelle 8C, AKH Klin. Abteilung für Onkologie, AKH Onkologische Ambulanz). Ab 38 °C gleich die Onkologie/Ambulanz anrufen – nicht abwarten, auch nachts und am Wochenende. Kein Paracetamol o. Ä. zur Selbstbehandlung, bevor du angerufen hast (es verschleiert das Fieber). Ebenso bei Schüttelfrost, Atemnot oder plötzlich starkem Krankheitsgefühl. (Wichtigster Punkt der ganzen Liste.)
  • Infekte vermeiden. In den Tagen mit niedrigen Blutwerten: oft Hände waschen, große Menschenmengen und kranke Personen meiden.
  • Lebensmittelsicherheit. Der Körper hat weniger weiße Blutzellen und kann deswegen Infektionen schlechter abwehren. Deswegen in dieser Zeit: Kein rohes Fleisch/Fisch/Ei (kein Sushi, Beef Tatar, weiche Eier), Obst & Gemüse gut waschen, nur pasteurisierte Milchprodukte. Gilt auch für Kefir/Sauerkraut – in diesen Wochen nur pasteurisierte Varianten. Reste gut kühlen und rasch aufbrauchen. Keine Grapefruit und Pomelo/Pampelmuse (beeinflusst Wirksamkeit von Chemotherapie).
  • Mundpflege. Weiche Zahnbürste, mehrmals täglich mit Salz-/Natronwasser spülen (beugt wunden Stellen vor). Zahnarzt-Check vor Therapiebeginn – besonders wichtig, falls knochenschützende Medikamente geplant sind.
  • Essen: Eiweiß & kleine Mahlzeiten. An schlechten Tagen zählt, dass du überhaupt isst – nicht perfekt. Lieber öfter kleine Portionen, Eiweiß zu jeder Mahlzeit (Eier, Joghurt, Hülsenfrüchte, Fisch/Fleisch). Gewicht halten, jetzt nicht abnehmen.
  • Übelkeit: Ingwer. Als Tee, frisch oder kandiert – zusätzlich zu den Medikamenten gegen Übelkeit, nicht statt ihnen. Eines der wenigen Hausmittel mit brauchbarer Studienlage.
  • Sonnenschutz. Die Haut ist jetzt empfindlicher. Morgenlicht ja, aber Sonnenbrand vermeiden – auf bestrahlter Haut LSF 50.
  • Bewegung trotz Chemo. An guten Tagen wie sonst; an schlechten reichen 20–30 Min. spazieren gehen. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität.

Vorsicht

  • Nahrungsergänzungsmittel während Chemo/Bestrahlung nur nach Rücksprache – manche können die Therapie stören. Ein D3-K2 Präparat kann für die Knochengesundheit bei der Therapie sinnvoll sein, aber nur in Absprache mit dem Arzt (Vitamin-D-Spiegel kontrollieren lassen).
  • Keine teuren „Anti-Krebs”-Pulver oder -Pillen als Heilversprechen (z. B. Kurkuma-, Grüntee-Extrakt, Keto als „Kur”). Als normales Essen ok, als Heilmittel nicht belegt.

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Quellen

Allgemein:

Lebensmittel/Ernährung:

Vitamin D3:

Bewegung/Sport:

Gutes Essen unterstützt die Behandlung – es ersetzt sie nicht. Bei Fragen zu Ernährung und Medikamenten im Zweifel beim Arzt oder in der Apotheke nachfragen.

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